Aktionsheft

Vorurteile

Ene mene muh und raus bist du?

Weil das Leben manchmal sehr kompliziert und unübersichtlich sein kann, haben Menschen das Bedürfnis, in Kategorien zu denken. Das ist erstmal nicht schlecht. Nur so können wir uns die Welt ordnen und unseren Alltag bewältigen. Manchmal machen wir uns die Welt aber zu einfach. Dann führen stereotype Merkmale wie Hautfarbe, Sprache oder Religion eines Menschen, durch die wir ihn einem bestimmten Kulturkreis oder einer Gruppe zuordnen, zu Vorurteilen über ihn. Umso wichtiger ist es, solche Stereotype zu hinterfragen, um den daraus entstehenden Vorurteilen entgegen zu wirken.

Menschen, die wenig oder gar keinen Kontakt zu fremden Kulturen haben, haben gegenüber Zuwanderern mehr Vorurteile als Menschen, die Begegnungen mit anderen Kulturen zulassen. Am einfachsten werden Vorurteile daher durch persönlichen Kontakt und Freundschaften abgebaut.

Du und ich, wir und sie

Ein Teil der deutschen Bevölkerung lehnt den Zuzug von Migrant(inn)en und Flüchtlingen nach Deutschland ab. Sie nehmen Flüchtlinge als Belastung für die Sozialsysteme wahr und fürchten die Konkurrenz um Arbeitsplätze. Mancherorts versammeln sich Menschen, um vor Flüchtlingsunterkünften zu demonstrieren oder sie hetzen und pöbeln in sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge. Einige politische Parteien und Gruppen greifen diese Ängste und Vorurteile aus der Bevölkerung auf, verbreiten sie und verstärken dadurch eine solch ablehnende Haltung.

Band-Sänger mit Flüchtlingsjungen auf der BühneBegegnungen fördern gegenseitiges Verstehenyoungcaritas Deutschland

Im Gegensatz dazu haben sich an vielen Orten Willkommensinitiativen und Helferkreise gebildet. Das ehrenamtliche Engagement ist in ganz Deutschland deutlich angestiegen. Ehrenamtliche begleiten Flüchtlinge als Mentoren und Paten, geben Deutschkurse, spenden Kleidung oder nehmen Flüchtlinge bei sich zuhause auf. Das Ziel des ehrenamtlichen Engagements ist es, den Flüchtlingen zu helfen, damit sie später eigenständig in Deutschland leben können:

 

Als Menschen wie du und ich, mit all ihren Schwächen und all ihren Stärken. Sie möchten hier leben, arbeiten oder zur Schule gehen.

Flüchtlinge in der Schule

Ungefähr ein Drittel der nach Deutschland geflüchteten Menschen ist unter 14 Jahren. Entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention haben sie einen Anspruch auf Bildung. In Deutschland wird die Bildung von den Bundesländern geregelt, sodass es für jedes der 16 Bundesländer eine eigene Regelung gibt. In den meisten Bundesländern besteht die Schulpflicht für Flüchtlinge nach sechs Monaten Aufenthalt, wobei dies auch vom Aufenthaltsstatus der geflüchteten Kinder und Jugendlichen abhängt.

Es gibt viele verschiedene Modelle für die Aufnahme von Flüchtlingskindern in den Schulunterricht. So besuchen die Schüler(innen) in manchen Schulen sogenannte "Willkommensklassen" (Vorbereitungs- oder Integrationsklassen) bis sie ein bestimmtes Sprachniveau erreichen, um zu einem späteren Zeitpunkt in den  regulären Unterricht einzusteigen. Dies sind meist sehr kleine Klassen, damit sich die Lehrer(innen) intensiv mit den Schüler(innen) beschäftigen können. Teilweise müssen die Kinder erstmal das lateinische Alphabet erlernen, da in ihrem Herkunftsland eine andere Schriftsprache benutzt wird. Oft konnten sie auch aufgrund der Kriegssituation in ihrem Heimatland keine Schule besuchen. Der Nachteil solcher "Willkommensklassen" ist, dass die Flüchtlingskinder getrennt von anderen Schüler(inne)n unterrichtet werden und weniger Kontakt mit Gleichaltrigen haben.

Ein anderes Modell ist das "Integrationsmodell". Hier werden die Schüler(innen) von Beginn an in den regulären Unterricht eingebunden und bekommen zusätzlich deutschen Sprachunterricht. Je früher die Flüchtlinge in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen, so die Idee, desto schneller bauen sie Freundschaften auf, lernen das soziale Umfeld kennen und werden in Deutschland heimisch.

Schüler helfen Flüchtlingen

Viele Flüchtlinge sind minderjährig, ein Drittel sind Kinder unter 14 Jahren. Unsere Kultur ist ihnen genauso fremd, wie uns ihre. Sie brauchen Hilfe nach der Not, die sie erlitten haben und das Gefühl "willkommen" zu sein - auch in der Schule. Zeigt ihnen euren Kiez, nutzt den Computerraum für Sprachunterricht, kocht gemeinsam oder startet einen Willkommenslauf, bei dem ihr Spenden für weitere Aktionen sammelt! Weitere Infos zu der von youngcaritas unterstützten Aktion findet ihr unter www.youngcaritas.de/schueler-helfen-fluechtlingen.

Schüler helfen Flüchtlingen Plakat

Aktionsidee

In der Broschüre "Passtscho" werden Briefe von Kindern veröffentlicht, die die Abschiebung ihrer Klassenkameraden verhindern wollen. mehr

Aktionsidee

Jeder träumt von einer schönen Zukunft! Mit dem Workshop Zukunftsbilder könnt ihr gemeinsam mit Jugendlichen, die neu in Deutschland sind Bilder eurer Zukunft gestalten. mehr