Welcome Lab

07. August 2015

Connection Day

Connection Day

Am Connection Day hatten die Welcome Lab-Teilnehmer die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, die Flüchtlinge nicht im Stich lassen. Bei einer der fünf Exkursionen unter anderem in Dortmund, Düsseldorf, Paderborn und Gelsenkirchen konnten sie sich selbst ein Bild machen, wie Flüchtlinge bei uns leben.

"Wenn man was zusammen macht, dann ist es plötzlich völlig egal, dass man nicht dieselbe Sprache spricht", sagt zum Beispiel Anna Tschepat (19). Mit zwölf anderen sprühte sie mit jungen Flüchtlingen, die ohne Familie in Deutschland sind, in Bochum Willkommens-Graffiti. "Nation: Mensch!" steht jetzt auf einer Lok auf einem Bochumer Spielplatz.

 

Drei Jugendliche vor einer besprayten LokSprühen für den guten Zweck - Mit bunten Willkommensgrüßen für Flüchtlinge aus der ganzen Welt wird die Lok auf einem Bochumer Spielplatz verschönert.youngcaritas Deutschland

Die Graffiti-Aktion war eines der Projekte, bei denen die Jugendlichen am Freitag in ganz NRW mit Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern zusammenkamen. "Ich bin total beeindruckt. Diese Herzlichkeit. Sie haben uns in ihr Zimmer eingeladen und Kuchen gebacken", berichtet Chiara Pöllen (19) von ihrem Besuch in einer Dortmunder Flüchtlingsunterkunft. "Vorher hatte ich irgendwie auch Vorbehalte, aber man muss die Menschen einfach kennen lernen, ihre Geschichten erfahren. Deswegen bin ich hier hingekommen", sagt die junge Essenerin. Andere Jugendliche hörten in Herten, wie von jetzt auf gleich eine Unterkunft für 150 Betten geschaffen werden musste, wie Betten organisiert wurden und mitten in der Nacht dann auch die fehlenden Bettlaken.

In Mettmann führten Flüchtlinge Jugendliche im Neandertal-Museum durch die Geschichte der Menschheit, bis sie dann zu ihrer Flucht über das Mittelmeer kamen. Andere hörten die Geschichte einer Frau, die auf der Flucht ein Baby bekam. Sie hörten, wie ein Jugendlicher von seinem Vater gedrängt wurde, alleine nach Deutschland zu gehen. Sie trafen Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern und solche, die sie ablehnen: "Da hat sich ein Anwohner an einer Flüchtlingsunterkunft über Kinderlärm nach 22 Uhr beschwert - direkt neben dem Flughafen Düsseldorf, wo bis Mitternacht Flieger starten und landen", wundert sich Cedrik Lukat, ein 25-jähriger Teilnehmer aus Herten.

Und so merken die Jugendlichen, nicht jeder deutsche Mitbürger ist den Flüchtlingsströmen gegenüber positiv gestimmt - doch gerade treibt sie an nicht damit aufzuhören, über die Situation der Flüchtlinge aufzuklären.